Johanna Klara Bauer startete ihre Laufbahn als Wortakrobatin in der „Krümelküche“ in Hochfeld. Heute trägt sie ihre Texte bundesweit vor.
Alles begann in der „Krümelküche“ im Duisburger Stadtteil Hochfeld. Johanna Klara Bauer besuchte im Café einen Poetry Slam. Das Line-up für den Abend stand bereits, als sie vor der Veranstaltung auf Mitorganisator Malte Küppers zuging. Sie fragte den bekannten Poetry-Slammer, ob sie irgendwann einmal selbst ihre Texte auf der Bühne präsentieren könne. Küppers reagierte spontan: „Tret doch jetzt auf.“ Für die damalige Schülerin war das der Einstieg in den Poetry Slam.
Die junge Frau aus Rheinhausen steht heute regelmäßig auf Bühnen im deutschsprachigen Raum. Ihren ersten größeren Erfolg hatte sie 2023 mit dem Gewinn der deutschsprachigen U20-Meisterschaft im Poetry Slam. Dabei tragen die Künstlerinnen und Künstler ihre selbst geschriebenen Texte vor. Ein Auftritt dauert in der Regel bis zu sechs Minuten, Requisiten sind nicht erlaubt.
„Mein Stil ist lustig, politisch und persönlich“, sagt die 20-Jährige. Das zeigt sich auch in ihrem Text „Reifegrade von Äpfeln“. Aus Beobachtungen im Supermarkt entwickelt sie darin Gedankenspiele, die von Taylor Swift bis zu absurden Alltagssituationen reichen. Typisch ist der Wechsel zwischen komischen Zuspitzungen und Momenten, die nah am Alltag bleiben.
Johanna Klara Bauer ist regelmäßig in ihrer Heimatstadt aufgetreten, etwa bei Slams im „Bora“ oder im „Plus am Neumarkt“. Dort ist auch Malte Küppers häufig aktiv, der sie seit Beginn ihrer Laufbahn unterstützt hat. „Er ist so etwas wie mein Mentor geworden“, sagt sie.
Küppers gehört zu einer aktiven Duisburger Poetry-Slam-Szene, aus der auch Künstler wie Abdul Kader Chahin stammen. Auch Sebastian23 und Till Reiners haben ihre Wurzeln in der Stadt. „Wir haben hier schon eine ganz gute Szene“, sagt Johanna Klara Bauer.
Mit ihren Texten ist sie inzwischen in Städten wie Hamburg, Berlin, Leipzig, Graz oder Basel aufgetreten. Bewertet wird beim Poetry Slam durch das Publikum. Große Preisgelder gibt es selten. „Manchmal gewinnt man eine Flasche Gin oder eine Kappe, die irgendwo im Keller gefunden wurde“, sagt sie. Einen Wunsch hat die Slammerin noch: „Ich fände es schön, wenn ich in meiner Heimatstadt einmal bei einem größeren Wettbewerb auftreten könnte.“
