Bei der „Duisburger Filmwoche“ werden Filme nicht nur gezeigt, sie werden auch intensiv diskutiert. Jedes Jahr im November trifft sich die Dokumentarfilm-Szene rund um den Dellplatz – und das seit mittlerweile einem halben Jahrhundert. Am 2. November beginnt die Jubiläumsausgabe.
Das Programm der 50. Ausgabe der Duisburger Filmwoche steht unter dem Motto „50 Jahre Gegenwart“. Vom 2. bis 8. November werden im „filmforum“ insgesamt 21 Filme Dokumentarfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt. Eröffnet wird das Festival mit der Erstaufführung der Schweizer Produktion „Nathalie“ von Tamara Milosevic. Sie begleitet die Protagonistin in ihren täglichen Kämpfen als alleinerziehende und überschuldete Mutter.
Was die Duisburger Filmwoche so besonders macht, ist, dass sie sich Zeit nimmt für die Filme: Die Arbeiten der Filmemacher werden nicht einfach nur abgespielt, sie werden nach der Aufführung auch ausführlich diskutiert. Diese Gesprächsrunden, bei denen es auch schon mal hoch hergehen kann, machen die Duisburger Filmwoche so wichtig für den Dokumentarfilm. „Wer hier gezeigt wird, erhält ein echtes Gütesiegel“, sagt die Kölner Filmemacherin Bettina Braun, die seit mehr als 20 Jahren mit dem Festival verbunden ist.
Die Filme, die in diesem Jahr gezeigt werden, entstanden unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen, etwa als freie Produktionen, im Umfeld von Filmhochschulen oder in Zusammenarbeit mit TV-Sendern. Ebenso unterschiedlich sind die Themen: Der Film „Mein genialer Vater“ erzählt vom Leben mit einem Demenzkranken. „The 49th Year“ stellt Briefe eines Gefängnisinsassen der japanischen Alltagswelt gegenüber. Und „Mit Ästen bis zum Himmel“ zeigt den Alltag einer Wiener Blindenschule.
„Die Duisburger Filmwoche ist ein Raum für die Vielfalt dokumentarischer Arbeiten, in dem Filme nicht nur gezeigt, sondern ihre Bilder, ihre Produktionsbedingungen und ihre gesellschaftlichen Verhältnisse gemeinsam befragt werden“, sagt Festivalleiter Alexander Scholz. „Zusammen mit den Künstlerinnen und Künstlern sowie unserem Publikum wollen wir darüber ins Gespräch kommen, was in den Filmen sichtbar wird und was sie in uns auslösen. Wir laden dazu ein, sich einzumischen, mitzudenken und Öffentlichkeit für den Dokumentarfilm im Kino gemeinsam herzustellen.“
Tickets für einzelne Filme kosten sechs Euro (ermäßigt: vier Euro). Tageskarten sind für 20 Euro (erm. 14 Euro) erhältlich. Wer sich für den Kauf eines Festivalpasses entscheidet, kann sich alles anschauen, was gezeigt wird (40 Euro/25 Euro, erhältlich ab dem 2. November im Festivalbüro, Steinsche Gasse 26).
